>> Selbst im Proberaum aufnehmen

Wie teuer eine Aufnahme in Eigenregie wird hängt hauptsächlich davon ab, wie gut die Band bereits mit Equipment ausgerüstet ist. Sind ausreichend recordingfähige Mikrofone, ein Mischpult mit wenigstens 8 Kanälen, ein Aufnahme-Gerät und Hard- oder Softwareeffekte zum Mischen und Mastern vorhanden, so sind die Investitionen gering, da ja bereits getätigt. Muss jedoch das gesamte Equipment erst gekauft werden, so überschreiten die Kosten schnell 2000 Euros. Dafür ist man dann ausgestattet und das Equipment steht auch für künftige Produktionen zur Verfügung. Billiger wird es, wenn man das Equipment ganz oder teilweise leihen kann.

Neben dem geeigneten Equipment muss auch der Proberaum von seiner Akustik her für Aufnahmen geeignet sein. Es kann notwendig sein, Schalldämmung an den Wänden zu installieren, damit man keinen unangenehmen Keller-Raumklang auf den Aufnahmen hat.

Was aber keinesfalls unterschätzt werden darf, ist der zeitliche Aufwand.

Das Thema Recording hat neben dem nötigen Equipment auch viel mit Know How und Erfahrung zu tun. Wie tief man sich in die Materie einarbeiten muss, merkt man meist erst, wenn man die erste Aufnahme gemacht hat, die aufgenommenen Spuren im Mixer auf die vermeintlich richtigen Lautstärkeverhältnisse eingestellt hat und dann doch feststellen muss, dass das Ergebnis noch lange nicht mal halb so gut klingt, wie die professionelle Produktion, die man sich als Soundreferenz ausgesucht hatte.

Je nach Qualtitätsanspruch muss man mit einem Zeit- und Arbeitsaufwand von mehreren Monaten bis hin zu einem Jahr rechnen, bis das Fachwissen erworben und in eine befriedigende Produktion umgesetzt werden kann. Leider weiß man vor der Produktion nicht, ob die Arbeitsbereitschaft ausreicht, um ein für alle zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.

Hat man das Thema jedoch bis zu einem gewissen Grad erarbeitet, steht diese Qualifikation natürlich ebenfalls für weitere zukünftige Aufnahmen zur Verfügung. Außerdem hat man dann die Möglichkeit, dem Sound der Band eine ganz eigene Note zu verpassen. Wenn man seine eigene Musik abmischt, muss einem jedoch bewusst sein, dass man nach hundertmal hören der Stücke nicht mehr dieselbe Freude dabei empfindet, wie zuvor. Da kann einem live etwas die Spielfreude verloren gehen.

Ein großer Vorteil bei dieser Produktionsvariante ist, dass man in aller Ruhe die Tracks einspielen kann, dass man Zeit hat, die einzelnen Spuren gegeneinander zu hören, um rauszufinden, wo sie gut harmonieren und wo nicht. Man kann sich das Song-Arrangement nochmal vornehmen: ist die Strophe oder die Bridge nicht doch etwas zu lang geraten, stimmt die Dynamik im Stück, sind die ruhigen Teile ruhig genug und drücken die harten Passagen so, wie man sich das vorgestellt hat?

Wir können aus eigener Erfahrung sagen, dass das eine sehr wichtige und wertvolle Arbeit an den einzelnen Songs ist, die eine Band im musikalischen Verständnis auf einen neuen Level heben kann.

Insgesamt gesehen, sind eigene Aufnahmen ein guter Weg, wenn ein Teil des Equipments bereits vorhanden ist und wenn die Band genug Motivation und Zeit aufbringen kann, um die mit den Aufnahmen verbundene Arbeit zu leisten.

Zu guter letzt gibt es da noch eine dritte Variante, dem Aufnehmen bei Leuten, die sich lange im Rahmen eigener Produktionen mit dem Thema befasst haben. Das können Feunde und Bekannte aus anderen Bands sein, oder aber auch wir :-).



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